Die Geschichte des kulturverein bahnhof ist sehr eng mit dem Gebäude "Bahnhof Andelsbuch" verbunden, denn ohne Bahnhof kein Verein!
Das Gebäude wurde nach der Auflösung der Wälderbahn 1982 nur noch sporadisch genützt. Man diskutierte über eine Dorfplatzgestaltung ohne Bahnhof, das heißt, man wollte das Gebäude eigentlich abreißen. Im Herbst 1999 gründete eine kleine Gruppe den kulturverein bahnhof, Gründungsmitglieder waren Hannes Metzler, Frank Broger, Ursula Koch, Dorothea Manser, Lukas Manser, Mario Meusburger und Margarete Broger. Von der Gemeinde erhielten wir die Genehmigung, den Bahnhof so lange zu bespielen, bis entschieden sei, was weiter mit Gebäude und Platz passieren wird. Seitens der Gemeinde blieb man bei der Absicht, früher oder später den Bahnhof zu schleifen. In Eigenleistung adaptierte unser Verein die ehemaligen Wohnräume des Bahnhofvorstehers für seine Zwecke.
Im Mai 2000 eröffneten wir den Bahnhof als Kulturstätte gemäß unserem Motto: Der bahnhof steht für Ankommen, Aufenthalt und Begegnung. Durch die Einrichtung als kultureller Treffpunkt hatten wir dem alten Bahnhof diese Funktion wiedergegeben.
Prominente Unterstützung für unser Anliegen erhielten wir von Josef Hader und Otto Lechner, dem aufgrund seines früheren Besuchs der Bregenzerwald und Andelsbuch bereits ein Begriff waren: Beide erklärten sich zu einer Benefizveranstaltung für den bahnhof und unsere Anliegen bereit.
Im Jahr 2001 übergab mir Hannes Metzler die Führung des Vereins. An dieser Stelle möchte ich mich bei Hannes bedanken, von ihm habe ich die Organisation von Veranstaltungen und die Leitung eines Vereins gelernt.
Der kulturverein bahnhof organisiert rund vierzig Veranstaltungen pro Jahr, etwa dreißig davon im Gebäude selbst. In unseren Statuten haben wir zwei wichtige Punkte festgehalten: erstens regionale Kultur und KünstlerInnen zu fördern und zweitens Veranstaltungen zu Kulturphänomenen, die in der Region wenig präsent sind, anzubieten.
Förderungswürdige KünstlerInnen gibt es im Bregenzerwald viele. Um ihre Werke zu präsentieren, veröffentlichen wir auch Bücher. Für unser erstes Buchprojekt "Inwendiges" von Gerhild Isenberg gründeten wir kurzerhand 2003 die edition bahnhof. In dieser Edition erschien 2005 der Band "kreuzungen" mit Gedichten von Norbert Mayer und Skulpturen von Armin Rupprechter.
Die Edition fungiert auch als Plattenlabel. Wir hatten das Glück, dass einige Musiker aus der heutigen Formation des holstuonarmusigbigbandclub immer wieder bei uns auftraten. Der bahnhof ist sozusagen die Geburtsstätte dieser Band. So brachten wir 2007 ihre erste CD "Querschlager" und 2008 die zweite CD "free sin" in der edition bahnhof heraus.
Unser besonderes Augenmerk gilt der Literatur. Wir veranstalten gerne Lesungen mit AutorInnen, so waren bereits Josef Haslinger, Alfred Komarek oder Wäis Kiani bei uns. Stets ausgebucht ist die jährliche "Lesung mit Essen". Ausstellungen von international bekannten KünstlerInnen wie Ona B., Paul Albert Leitner, Norbert Brunner oder Manfred Egender sind im bahnhof beinahe schon eine Selbstverständlichkeit. Dabei kommt es durch das besonders heimelige Ambiente sowohl im bahnhof als auch im Dorf oft zu anhaltenden Freundschaften.
Margret Broger (Obfrau) aus "bahnhof verstehen" erschienen in der edition bahnhof 2008
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